Auf dieser Seite möchte ich Ihnen ein paar wirklich antike Kunstköder präsentieren, die 100 Jahre und älter sind. Regelmäßig werde ich weitere sehr alte Blinker, Spinner und Wobbler hinzufügen und etwas über ihre Herkunft und Alter preisgeben.

Sollten Sie selbst alte und ggf. antike Kunstköder besitzen, würde ich mich über die Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!

Flügelspinner

Der Flügelspinner ist ein früher Köder, der bereits in H. Storks Buch „Der Angelsport“ (1898) dargestellt ist. Dabei trägt er dort auch die Bezeichnung „Otterbait“, was darauf hindeutet, dass er auf einem britischen oder amerikanischen Ködermodell basiert. Er besteht aus zwei Blechflügeln, die sich auf der Spinnerachse drehen. Er ist auf einer Seite versilbert und auf der anderen vergoldet oder kupferfarben. Er wurde vermutlich auch importiert und / oder von mehreren deutschen Herstellern gefertigt. Ein sehr schöner antiker Angelköder, der in diesem Zustand ein echtes Schmuckstück ist.

fluegelspinner

 

Storkspinner

Der „Storkspinner“ ist wohl der bekannteste antike Köder von H. Stork aus München. Herrmann Stork hat diesen Köder selbst entwickelt und ab 1876 vertrieben. Die Form des Köders wurde über die Jahre hinweg verändert, vor allem die Ausprägung der Flügel. Das abgebildete Modell wurde in dieser Form um die Jahrhundertwende gefertigt. Spätere Storkspinner sind noch in den Katalogen aus den 30er Jahren zu finden.

storkspinner

 

Spiegelspinner

Der Typ des Spiegelspinners wurde von verschiedenen Herstellern angeboten. Auch H. Stork aus München hatte einen solchen Köder ab den 1890er Jahren unter dem Namen „Spiegelblinker“ im Programm. In H. Storks Buch „Der Angelsport“ von 1898 findet sich der Hinweis, dass es sich um eine Schweizer Erfindung handelt.

spiegelspinner

 

Delphin-Löffel

Hierbei handelt es sich um einen relativ leichten Blinker, der vernickelt, versilbert, vergoldet oder rot lackiert (Innenseite) angeboten wurde. H. Stork aus München hat ihn insbesondere zum Schleppfischen empfohlen. Hergestellt ca. 1900er-1930er Jahre.

delphin loeffel stork

 

Colorado-Spinner

Dieser antike Blinker wurde ursprünglich vom britischen Hersteller Gregory entwickelt, bereits im 19. Jh. Er wurde oft kopiert und in Deutschland bis in die 1930er Jahre vertrieben. Auch DAM / Ziegenspeck hatte ihn im Programm, ebenso wie H. Stork aus München (dort „Turbinenlöffel“ oder „Kolorado-Darre“).

colorado spinner

 

Müllerspinner

Bei dem Müllerspinner von H. Stork aus München handelt es sich um einen antiken Blinker mit „Flossenturbinen“ aus starkem, vernickeltem Blech. Durch seine Form und sein Gewicht eignete er sich insbesondere zum Huchenfischen in starker Strömung. Hergestellt ca. 1880er-1910er Jahre.

muellerspinner stork

 

Torpedospinner

Der antike Torpedospinner fällt durch seine aufwändige Hakenmontierung auf. Der Köder nach dem Typ eines Devons wurde von Sartorius aus Göttingen hergestellt, 1910er-1920er Jahre.

torpedospinner sartorius

 

Exzentrischer Silberblinker

Der exzentrische Silberblinker von H. Stork aus München wurde von Herrmann Stork 1926 selbst als „einer der besten Blinker der Gegenwart“ bezeichnet. Die Besonderheit des Köders ist vor allem die Montierung des Kopfdrillings. Der Haken stößt durch einen Schlitz im Blinkerblatt. Davon versprach man sich damals eine geringere Fehlbissrate. Hergestellt wurde der Exzentrische Silberblinker von Stork ab den 1910er bis in die 1930er Jahre.

exzentrischer silberblinker stork

 

Gespensterfischchen („Phantom“)

Hierbei handelt es sich um einen ausgesprochen schönen und aufwändigen antiken Kunstköder. Erfunden wurde der „Phantom“ vom britischen Angelgerätehersteller William Brown mit Sitz im schottischen Aberdeen, in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts. Es handelt sich um einen fischähnlichen Kunstköder, der sich aus einem bemalten Stoffkörper, einem Kopf mit Turbinenflügeln und einer Drillingshaken-Montur an Seidenraupendarm zusammensetzt. Für mich einer der schönsten antiken Kunstködertypen überhaupt! Der Phantom wurde von anderen Herstellern kopiert und noch bis in die 1950er Jahre vertrieben.

phantom koeder

 

Nickelblinker Wels-Marke

Bei der „Wels-Marke“ handelt es sich um das Markenzeichen von Witt & Führmann aus Hamburg, Mitbegründer der damaligen Firma Noris aus Nürnberg. Der abgebildete antike Blinker ("Nickelblinker") wurde so ca. um 1910 vertrieben. Besonders schön ist hier die originale Schachtel.

wels marke nickelblinker

 

Tauchspinner

Bei dem Tauchspinner von H. Stork aus München handelt es sich um einen antiken Wobbler bzw. vielmehr einen Jerk-Bait, wie man heute vergleichbare Köder bezeichnet. Abgebildet ist er z.B. im Stork-Katalog von 1911. Durch ruckartiges Einziehen der Schnur schießt der Tauchspinner zick-zack-artig durch das Wasser und imitiert dabei einen fliehenden Fisch. Der wunderschöne Köder ist aus Holz, prächtig bemalt und mit mehreren Schichten wasserdichtem Email lackiert. Solche antiken Holzköder sind selten und für Sammler von alten Kunstködern sehr interessant.

tauchspinner stork

 

 

 

Text und Fotos: W. Kalweit